Der Rhonegletscher liegt in den Schweizer Alpen. Sein Nährgebiet beginnt bei einer Höhe von 3620 m Im 19. Jh. war er mit einer Länge von 11,3 km und einer Fläche von 20,2 km² der größte Gletscher der Schweizer Alpen. Bis heute ist er auf 10,1 km Länge und 16,1 km² geschrumpft. Damit liegt er hinsichtlich seiner Größe nur noch auf dem dritten aller Alpengletscher. Dennoch hat er noch eine Dicke von 100 m.

Die ehemalige Bedeckung durch die Gletscherzunge lässt sich anhand glatt geschliffener Felsen und Gletscherschrammen auf den Steinen erkennen. Sogenannte Gletschertöpfe auf dem Gestein zeigen die durch den Strudel der Schmelzwässer unter dem Gletscher erzeugten Erosionskräfte. Weitere Zeugnisse ehemaliger Gletscherbedeckung sind Seiten- und Endmoränen, die weit ins Tal reichen und damit eindrucksvoll die ehemalige Gletscherausdehnung demonstrieren.

Die Eisgrotte selbst stellt einen ca.100 m langen Eistunnel mit einer Eiskammer am Ende dar. Diese wird jedes Jahr wieder neu mit viel Aufwand in die Gletscherzunge gehauen. Das geschieht noch vor Beginn der Wiedereröffnung der Furka-Passstrasse im Mai. Helikoptereinsätze sind zu dieser Zeit unumgänglich, da dann noch etwa bis zu 10 m Schnee liegt

Bei der Konstruktion der Grotte muss beachtet werden, dass sich die Gletscherzunge ständig bewegt. Während der Sommersaison sind somit ständige Wartungsarbeiten notwendig. Zu den Stabilisierungsmaßnahmen gehören auch große weiße Tücher, die über den Gletscher gelegt werden, um die Geschwindigkeit des Schmelzprozesses zu minimieren.

Die Gletscherzunge reicht heute nur noch bis auf eine Höhe von 2200 m. Früher lag das Ende der Zunge noch bei einer Höhe von 1760 m und reichte damit bis auf den Talboden.

Die Eisgrotte erstrahlt bei Sonneneinstrahlung in prächtiger blauer Farbe. Ursachen sind Absorption und Streuung des Lichtes. Das Eis hat eine hohe Absorptionsfähigkeit von ultraviolettem und infrarotem Licht. Eine maximale Durchlässigkeit hat das Gletschereis bei einer Wellenlänge von 460 nm, was der blauen Farbe entspricht.

Gelangt das weiße Sonnenlicht auf das Eis, dann werden die roten Wellenbereiche verschluckt und die blaue Farbe wird sichtbar. Beträgt jedoch die Eisdicke mehr als 15 Meter, dann erscheint das Gletschereis dunkel, weil das Licht zu energieschwach ist, um die Wellenbereiche mitblauen Farbtönen zu erzeugen.

Der Lehrpfad zum Rückgang des Rhonegletschers

700 m unterhalb der Eisgrotte des Rhonegletschers liegt im Talboden die Siedlung Gletsch. Von hier führt ein Lehrpfad zum Rückgang des Rhonegletschers im Talboden entlang. Der Naturpfad verdeutlicht die Rückzugsstadien ab 1600 bis 1870. Gesteinswälle, die heute von einem Pflanzenmosaik bewachsen sind, sowie Pioniergehölze, Flachmoore und Gewässerläufe kennzeichnen den ehemaligen Gletscherboden im Tal. Heute steht der Talboden unter Naturschutz. Die heutige Gletscherzunge liegt weit oben auf 3200 m Höhe. Dortige Schmelzwasser vereinigen sich zum Beginn eines Baches und späteren Flusses, der Rhone. Das ganze Gletschervorfeld wurde bei den Aufnahmen zum gesamtschweizerischen Inventar der Gletschervorfelder und alpiner Schwemmebenen (IGLES) in die höchste Schutzkategorie eingestuft.

Museum in Gletsch – Eindrücke eines Besuches

Nach dem Besuch der Eisgrotte am Rhonegletscher ermöglichte der Besuch des Museums in der 700 m tiefer gelegenen Ortschaft Gletsch eine Einordnung des Rückgangs des Rhonegletschers in die glaziologischen Gegebenheiten im alpinen Raum.

Gletscher bilden sich in Gebirgen, wobei aus Schnee zunächst Firn und durch weitere Verdichtung schließlich Gletschereis wird.

Auf einer Tafel zur Zukunft des Rhonegletschers war ersichtlich, dass der Gletscher im Jahr 2100 vermutlich fast ausschließlich bis auf die höchsten Gebirgshöhen zurückgeschmolzen sein wird. Eine weitere Tafel verdeutlichte die Veränderung, die ein Gletscher im Laufe der Jahre aufweist. Im oberen Bereich eines Gletschers spricht man vom Nährgebiet. Hier fällt mehr Schnee als dass Eis schmilzt, doch werden durch den Einfluss des Gefälles und die Auswirkungen der Temperaturerhöhungen große Eismassen in den Zungenbereich, also in das Zehrgebiet, transportiert. Der Gletscher besteht im Gleichgewicht, solange das Zehrgebiet, also die Eisschmelze, nicht dominiert.

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