Ist der Mensch frei oder determiniert in seinen Handlungen und Entscheidungen? Enes hat diese Frage auf kreative Weise beantwortet:

Betrachten wir den Text, merken wir schnell,

es handelt sich nicht nur um einen Appell.

Es wird nämlich gesagt jenes Handeln,

würde sich am Determinismus ranhangeln.

Der Mensch ist der Meinung, er würde entscheiden,

der Determinist würde diese Aussage vermeiden.

Er würde nun sagen, ohne zu fragen,

ein determinierendes Ereignis würde das andere jagen.

Schon vor der Geburt steht alles fest

und das Leben ist in diesem Fall doch kein Fest,

sondern eine Kette von Umständen,

die Entscheidungsfreiheit ist gefangen in dunklen Wänden.

 

„Welches sind diese Umstände?“, fragen wir uns nun.

Die Person, ihr Körper und die Umwelt haben damit etwas zu tun.

Ihr Zustand ist auf die Vergangenheit zurückzuführen,

ohne die Vergangenheit könnten wir uns nicht vom Fleck rühren.

Unsere Vergangenheit hat also für uns entschieden

Und jegliche Handlungsfreiheit vertrieben.

Als Beispiel könnte man hierfür nennen-

würde ich mich an meinem Herd verbrennen.

In der Vergangenheit wurde dieser Herd gebaut,

doch nun hat er meine Hand und mein Essen versaut.

Der Zustand meines Körpers war auch nicht optimal,

deshalb berührte ich machtsam den heißen Stahl.

 

Die Gesetze der Natur sind also determinierende Ereignisse

Und sorgen bei meiner absoluten Entscheidungsfreiheit für kleine Risse.

Nichts ist durch Zufall oder freien Willen bedingt,

seht zu wie der Determinismus die Handlungsfreiheit verschlingt.

 

Vor der Geburt sei schon alles festgelegt?

Schwachsinn, denn ich habe noch nicht mal gelebt.

Meine Entscheidungsfreiheit entwickelt sich erst mit den Jahren,

bis dahin bin ich mir über meine Handlungen noch nicht im Klaren.

Mein limbisches System sorgt anscheinend für mein Tun und mein Lassen,

so würden es Neurobiologen und Wissenschaftler erfassen.

Ich würde diesen letzten Satz gern hinterfragen:

„Kann man also das Leben des Menschen vorhersagen?“

Trotz psychologischer Gesetze ist das Leben unberechenbar,

nur Gott kann es wissen, denn er war schon immer da.

Ich würde ihn gern höchstpersönlich fragen,

doch das ist nicht möglich, das muss ich schon sagen.

 

Der Mensch kann frei handeln, aber nur bedingt,

fragt sich, ob dies ihnen ihr Lebensglück bringt.

Denn falsche Entscheidungen sind schnell getroffen

Und die entstandene Lücke nur langsam geschlossen.

Würden nur die Umstände Entscheidungen lenken,

bräuchte der Mensch nicht mehr zu denken.

Wir würden leben unter Kontrolle der Umwelt,

was mir als Freigeist gar nicht gefällt.

Ich hätte lieber über meine Handlungen die Macht

Und hätte somit in mein Leben ein wenig Ordnung gebracht.

(Enes Sapanci, 2015)

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