Welche Stellung hat das Fach Religion an der Lutherschule?

Die Lutherschule ist ein Bildungsort für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene unterschiedlicher sozialer, kultureller, weltanschaulicher und religiöser Herkunft. In dieser pluralen Situation hat unsere Schule als Teil der demokratischen Gesellschaft eine wichtige Aufgabe: Sie befähigt die Schülerinnen und Schüler, eigene – auch religiöse – Positionen zu finden, diese in der geistigen Auseinandersetzung weiterzuentwickeln und dafür im Dialog der religiös-weltanschaulichen und ethischen Orientierungen einzutreten. Dem dient in besonderer Weise der Religionsunterricht.

Gemäß dem deutschen Grundgesetz wird der Religionsunterricht in Übereinstimmung mit den Grundsätzen der jeweiligen Religionsgemeinschaft erteilt. An der Lutherschule gibt es Evangelischen und Katholischen Religionsunterricht. Dieser Unterricht erschließt die religiöse Dimension des Lebens und thematisiert die Frage nach Gott. Dabei bezieht er sich auf die konkrete Gestalt, Praxis und Begründung des christlichen Glaubens in seiner evangelischen bzw. katholischen Ausprägung.

Der Religionsunterricht fördert zudem das interkulturelle und interreligiöse Lernen und leitet zu einem verantwortlichen Umgang mit unterschiedlichen Lebensstilen, Werthaltungen und Orientierungen an.

Das Fach Religion wird an der Lutherschule durchgängig von Klasse 5 bis zur 12. Jahrgangsstufe erteilt. Bis einschließlich Klasse 8 werden die Lerngruppen konfessionell getrennt unterrichtet. In der Oberstufe kann das Fach Religion als Prüfungsfach gewählt werden mit dem Ziel einer schriftlichen oder mündlichen Abiturprüfung. Am Evangelischen oder Katholischen Religionsunterricht können im Einzelfall auch Schülerinnen und Schüler teilnehmen, die nicht der jeweiligen Religionsgemeinschaft angehören, also auch muslimische oder konfessionslose Schülerinnen und Schüler. Für einen Wechsel ist zum Ende des vorausgehenden Schuljahres ein begründeter schriftlicher Antrag an die Schulleitung zu stellen. Von einem mehrfachen Wechsel wird allerdings abgeraten, weil die Unterrichtsinhalte der einzelnen Fächer über die Schuljahre hinweg aufeinander aufbauen.

Das Anliegen des Faches Religion

Im Religionsunterricht geht es um die großen Fragen des Lebens, wie Sinn, Wahrheit, Hoffnung, Liebe, Glauben und verantwortliches Handeln. Schülerinnen und Schüler sollen Ihren eigenen Standpunkt finden können. Zum Gelingen eines gesellschaftlichen Zusammenlebens sind qualifizierte Kenntnisse in religiösen Fragen erforderlich, denn nur so kann auch der Dialog zwischen den Religionen und Kulturen gepflegt werden, der einen unverzichtbaren Beitrag für das Zusammenleben von Menschen in der globalen Welt leistet.

Die Fachkonferenz Religion hat zur Sicherung eines gemeinsamen Kenntnisstandes die Unterrichtsinhalte entsprechend dem für das Land Niedersachsen gültigen Kerncurriculums folgendermaßen verteilt:

Jahrgang 5
• Schöpfung: Staunen – Erkennen – Bewahren
• Jesus – für Menschen damals und heute
• Die Bibel – Schatzkiste menschlicher Erfah-
rungen mit Gott
• Abraham steht am Anfang
• Angst und Geborgenheit

Jahrgang 6
Exodus – Aufbruch in ein neues Land
Begegnungen mit dem Judentum
Andere sind anders
Die Sache Jesu geht weiter

• Evangelische Christen – katholische Christen
Zeit zum Leben – Zeit zum Feiern

Jahrgang 7
• Die Kirche und ihre lange Geschichte
• Woran du dein Herz hängst
• Wirken und Botschaft Jesu

Jahrgang 8
• Den Islam kennen lernen
• Suche nach Glück und Heil
• Rechtfertigung – Befreiung zum Leben
• Prophetisch handeln

Jahrgang 9
• Der Weg des Buddhismus
• Kirche und Staat
• Identität – Liebe – Partnerschaft
• Sterben und Tod: Eine Anfrage an das Leben

Jahrgang 10
• Glaube und Naturwissenschaft
• Der Mensch in der Spannung zwischen
Gottesebenbildlichkeit und Sündhaftigkeit
• Kreuz und Auferstehung

Hinterlasse einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.


*