Es ging um „Abenteuer“ bei den diesjährigen Niedersächsischen Musiktagen – und auf ein solches hat sich auch die Klasse 10d der Lutherschule eingelassen. An 6 Projekttagen setzten sich die Jugendlichen mit einem Werk des zeitgenössischen Komponisten Helmut Lachenmann auseinander. In „…zwei Gefühle…“ – so der Titel der Komposition – geht es um das stark gegensätzliche Streben von „Furcht“ und „Verlangen“. Von beidem getrieben begab sich Leonardo da Vinci, Maler und Forscher Ende des 15. Jahrhunderts in eine dunkle Höhle auf einem noch aktiven Vulkan. Den Text, den da Vinci über dieses Erlebnis schrieb, verdichtet Lachenmann 500 Jahre später zu einer sehr ungewöhnlicher Komposition für zwei Sprecher und Ensemble.

Mit dieser herausfordernden Musik konfrontiert, ging es bei dem Musikvermittlungsprojekt „vivam.“ der Niedersächsischen Musiktage für die 29 Schülerinnen und Schüler der 10d denn auch zunächst um die Schärfung der Wahrnehmung. „Horchen“ stand auf dem Stundenplan, den die Leiterin der Jungen Oper Tamara Schmidt und der Komponist Sebastian Wendt für die Jugendlichen entworfen hatten. Das bewusste Hören mündete in eine intensive Experimentierphase mit Text und Instrumenten: Wie kann man ein Wort zerkauen, eine Geige gegen den Strich bürsten oder eine Posaune zum Raunen und Flüstern bringen?

Nach ersten Kompositionsentwürfen in Kleingruppen ging es dann für zwei Tage ins Sprengelmuseum. Dort standen 6 verschiedene Orte, Räume, Kunstwerke den Schülern zur Verfügung. Hier galt es, sich mit den neuen Klangerfahrungen der künstlerischen Umgebung zu nähern, sie in die Komposition miteinzubeziehen, Musik und Raum im wahrsten Sinne des Wortes in Einklang zu bringen.

Was dabei herauskam? 6 ganz unterschiedliche, sehr beeindruckende Musikstücke, die Lachenmann alle Ehre machten!

Am 4. Oktober wurden die Ergebnisse als Wandelkonzert „Es rauscht und brüllt schon im Text“ im Rahmen der Niedersächsischen Musiktage im Sprengel Museum Hannover der Öffentlichkeit vorgestellt.

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