„I declare this MUNOL conference officially opened“ – so erklärte der Präsident der Generalversammlung die Model United Nations-Konferenz in Lübeck als offiziell eröffnet. Nun fragt man sich wahrscheinlich: Was ist dieses „Model United Nations“?

Google gibt hierüber Auskunft: „Der Begriff Model United Nations (auch Model UN oder MUN) bezeichnet Simulationen für Schüler und Studenten, in denen die Arbeit der Vereinten Nationen nachgestellt wird.“ Einfach gesagt: Jede Gruppe bekommt ein Land zugewiesen, über das man sich im Vorfeld informieren muss, um es dann in verschiedenen Kommissionen zu verschiedenen Themen zu vertreten. Die ganze Konferenz wird von Schülern geleitet – die Lehrer stehen nur beratend zur Verfügung…

Die Vorbereitungen an der Lutherschule liefen im Rahmen der AG Model United Nations of Lübeck (MUNOL) von Herrn Mink, an der wir mit 7 Schülerinnen und Schülern der 10. Klassen teilgenommen haben. Im Februar hatten wir schon das Land zugewiesen bekommen, das wir repräsentieren durften: Brasilien! So waren die Vorbereitungen angefüllt mit Recherchen zu Brasilien wie auch zu den Themen, die in den Kommissionen debattiert werden würden. Das Oberthema der diesjährigen Konferenz lautete: The Changing Face of Conflict.

Unsere Reise begann am 30. Mai im extrem schwülen Hannover und von hier aus fuhren wir mit dem Zug nach Hamburg, um dort nach Lübeck umzusteigen. Aber wir jeder weiß, sind ICEs nicht immer sehr pünktlich, was dazu führte, dass wir unseren Zug verpassten und in der Hitze auf den nächsten Zug warten mussten. Und als wir dann endlich in Lübeck ankamen, waren wir zur Registrierung schon fast zu spät. Aber unsere Delegiertenausweise und MUNOL Armbänder bekamen wir trotzdem. Dann ging es gleich weiter in die Gastfamilien, in denen wir die kommenden 5 Nächte verbringen würden. Am ersten Abend wurden die 600 teilnehmenden Schülerinnen und Schüler aus 10 europäischen Ländern im (sehr) alten Rathaus von Lübeck durch den Oberbürgermeister feierlich begrüßt. Von da ging es gleich weiter zur ersten Party, die eher ein „Kennenlerntreffen“ war.

Am Dienstag (31. Mai) fing dann die Konferenz richtig an. Zuerst kam die Opening Ceremony, in der die Botschafter aller teilnehmenden Länder ihre Wünsche und politischen Grundsätze für die Verhandlungen in der kommenden Sitzungswoche darlegten – der Wunsch nach „fruitful debates“ wurde allerdings von so vielen Botschaftern in den Mund genommen, dass man am Ende nichts mehr von Früchten hören wollte. Die Spannung baute sich an diesem Vormittag bei uns allen immer weiter auf und wir waren so nervös wie sonst noch nie, was wohl diese Woche für uns bringen würde. Aber als wir dann in den Kommissionen ankamen, legte sich die Aufregung wieder etwas. Nach einer kurzen Vorstellungsrunde fing man an, mit anderen Ländern Resolutionen zu bestimmten Themen zu schreiben, um sie dann im Plenum zu debattieren und zu verändern. Zur Vorbereitung wurden Fun-Debates gemacht, um das Protokoll (= die Debattierregeln) einer Debatte zu verstehen (glaubt mir, das sind nicht wenige!). Viele verschiedene Themen gab es hier, von Alien Invasion bis zu einem neuen MUNOL (Nacktheits-) Dresscode war alles dabei. Apropos Dresscode: dass alle Teilnehmer sich so zu kleiden hatten wie bei den echten Vereinten Nationen, war natürlich eine Selbstverständlichkeit!

Nach den Fun-Debates fing die richtige Arbeit dann an. Manchmal saßen wir 8 bis 9 Stunden am Tag in den Verhandlungen und ich glaube, ich kann für alle sprechen, wenn ich sage, dass diese Woche eine der besten UND anstrengendsten Erfahrungen unseres Lebens war. Am Ende der Woche wurden manche Kommissionen zur General Assembly (Generalversammlung) zusammengefasst; dort wurden dann die Resolutionen nochmals debattiert und verabschiedet, die bereits von den Kommissionen befürwortet worden waren (man musste in den Kommissionen nämlich auch über die Resolutionsentwürfe abstimmen).

Natürlich wäre es unverzeihlich, nicht die Partys zu erwähnen – die waren nämlich der Hammer und einfach unvergesslich. Genauso wie die Punishments (Strafen z.B. für Dress Code-Verletzungen oder Zu-Spät-Kommen), die das Highlight jeden Tages waren und von Dance Battles bis zur spontan gehaltenen Rede aus der Sicht von Donald Trump reichten.

Am Ende der Sitzungswoche (Samstag, 4. Juni) kam dann die Schlusssitzung in der Closing Ceremony und wir mussten uns von vielen neuen Freunden verabschieden – natürlich nicht bevor wir die Kontaktdaten getauscht hatten. Da blieben nicht viele Augen trocken! Unmittelbar danach stiegen wir schon in die Bahn nach Hannover – die dieses Mal pünktlich war…

Die Woche ist einfach viel zu schnell vorbeigewesen und jetzt wissen wir auch alle, was dieser MUNOL- Spirit ist – diese Woche wird keiner von uns so schnell vergessen!

Ich könnte noch viele Seiten über unsere Zeit dort schreiben, aber ich werde jetzt einfach sagen, dass dies nicht das letzte Mal war und wir uns schon auf nächstes Jahr mit neuen Leuten freuen. Also, seid nicht scheu und kommt bei der Debating/MUNOL AG vorbei, wenn ihr interessiert seid! Wir freuen uns auf euch!

Fenja Engelmann, 10D

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