Etwas über die Lebensumstände anderer Menschen in der Vergangenheit zu lernen, kann dabei helfen, sich in der eigenen Gegenwart zu orientieren.

Wie der Steinzeitmensch seinen Alltag gestaltete und sein Überleben sicherte, konnten die Schülerinnen und Schüler der 5. Klassen während des Steinzeittages im November 2019 erfahren.

Nachdem der Archäologe Holger Junker auf dem Schulhof der Lutherschule präsentierte, wie man mit einfachsten Mitteln ein Feuer macht und welche Gegenstände zur Ausrüstung eines Jägers und Sammlers gehörten, ging es zum Stationenlernen. Hier konnten die Schülerinnen und Schüler sowohl Werkzeuge aus Feuerstein und Schmuck aus Ton herstellen als auch das Schießen mit einem rekonstruierten Bogen üben. Dass das Arbeiten unter steinzeitlichen Bedingungen damals wie heute nicht ganz ungefährlich ist, erklärte Holger Junker vorab. Bei der Bearbeitung des Feuersteins seien Schutzbrillen zwar nicht historisch getreu, aber absolut notwendig, da umherfliegende Splitter Verletzungen am Auge verursachen könnten. An der Steinwerkzeugestation arbeiteten die Schülerinnen und Schüler in Zweierteams und konnten hierbei unter Anleitung Feuersteinmesser und Keile herstellen. Auch das Bogenschießen auf eine Attrappe bereitete vielen große Freude, auch wenn es sich als schwieriger herausstellte, als es die meisten erwartet hatten.

Dass die steinzeitlichen Aktivitäten auch mit körperlichen Anstrengungen einhergingen zeigte sich spätestens daran, dass trotz der geringen Außentemperaturen und des leichten Nieselregens kaum jemandem kalt wurde.

Am Ende des Workshops hatten die Schülerinnen und Schüler nochmals die Möglichkeit Fragen zu stellen, Feedback zu geben und ein Interview mit dem Leiter zu führen:

Steckbriefinterview

Name: Holger Junker

Alter: 44

Geburtsdatum: 17. März

Karrierebeginn: Mit 30 Jahren

Zukunft: Museumsleiter in einer deutschen Küstenstadt

Enttäuschendes Ereignis: „Noch hatte ich keine eigentlich enttäuschende Dinge erlebt. Nicht erfüllte Vermutungen gab es und gibt es jedoch haufenweise.

Bestes Erlebnis: „Nicht ein Mensch allein kann ein bedeutsames Ereignis oder eine neue Entdeckung verstehen. Dazu braucht es viele Menschen, Experimente und viel Erfahrung.

Größte Verletzung: „Bei einem meiner etlichen Workshops auch mit Steinwerkzeugenmachen setzte sich ein Junge ohne Lederunterlage hin und schärfte auf seinem Schoß sein Feuersteinmesser und schlitzte sich dann das Bein auf.“

Folgend noch ein Erlebnisbericht von Johanna-Sophie und aus der Klasse 5a:

Steinzeit Station – Werkzeuge herstellen

Beim interessanten Vorzeigen, wie die Steinwerkzeuge gebaut wurden, zeigte der Leiter den Feuersteinmesserbau und die Klingenschärfung. Man sollte in einem 2er Team zusammenarbeiten.

Sein Vorzeigemesser hat der dann an uns verschenkt. An dieser Station entstanden viele tolle Sachen, also Steinwerkzeuge.

Es war zu Beginn die am meisten besuchte Station und am Ende gab es auch Kinder mit zwei Werkzeugen.

Bei dieser Arbeit gab es eine Schutzbrillenpflicht. Kinder, die selbst eine Brille trugen, so wie ich, brauchten aber keine Schutzbrille. Es hat großen Spaß gemacht und die Verletzungen waren wirklich gering.

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