Der Sommer ist noch lang. Dieses entspannte Gefühl machte sich breit, als der Deutsch-LK von Frau Andersson sich im Zusammenhang der Beschäftigung mit den Gedichten und der Biografie der jüdischen Lyrikerin Else Lasker-Schüler im Georgengarten getroffen hat. Als herausragende und vielfältige Künstlerin war Else Lasker-Schüler zu Beginn des 20. Jahrhunderts eine schillernde Leitfigur der Avantgarde: Sie prägte mit ihrem schriftstellerischen Werk die expressionistische Literatur, gilt mit ihren theatralischen Lesungen als frühe Version einer „Performance-Künstlerin“, ihre Dramentexte waren ihrer Zeit voraus und als Zeichnerin offenbarte sie sich im regen Briefwechsel mit ihrem Vertrauten, dem Maler Franz Marc.

Diese Korrespondenz, die als Vorreiter der „MailArt“ verstanden werden kann, haben wir zum Anlass genommen, selbst kreativ tätig zu werden, die individualistischen Züge einer Else Lasker-Schüler auch in uns zu entdecken und eigenständige, bisweilen eigensinnige Postkarten zu gestalten. Alle Postkarten werden verschickt; die Adressaten erhalten so nicht nur Grüße auf althergebrachtem Weg, sondern zugleich auch ein Stück ganz individuelle Kunst.

(AN)

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