Neben sprachlichen Problemen kennzeichnen Österreich als Land mit hohem alpinen Anteil Lawinen und Waldbäche. Bedingt durch Extremwetterlagen mit besonders hohen Niederschlägen bestehen besondere Herausforderungen für das Leben in Österreich.

Um diese Naturgewalten vorzubeugen und einzudämmen, werden besondere Vorkehrungen durch das Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft vorgenommen.

Im Bregenzer Wald hatten wir die Möglichkeit diese Maßnahmen uns vor Ort genauer anzuschauen und erhielten durch die örtlichen Behörden einen tiefen Einblick in die getroffenen Schutzmaßnahmen.

Exemplarisch haben wir uns intensiv mit den Lawinenschutzmaßnahmen des Ortes Schröcken beschäftigt. Infolge eines schweren Lawinenabgangs, bei dem eine Schulklasse nur knapp dem Tod entronnen war, wurden hier umfangreiche Baumaßnahmen getroffen.

Um die Lawine am Entstehen zu hindern, wurden Stütztverbauten errichtet, die die Schneemassen stützen und somit den Abgang verhindern. Zusätzlich wurden umfangreiche Aufforstungsmaßnahmen im unteren und mittleren Teil des Hanges vorgenommen, um der Erosion Einhalt zu gebieten und auf biologische Weise die Schäden zu verhindern. Für die 30 Hektar, die bebaut werden mussten, wurden insgesamt 15 Millionen Euro investiert, wovon der Bund ca. 60% der Kosten übernommen hat.

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Wildbachverbauung

Wildbäche stellen aufgrund ihrer hohen Sedimentfracht (Steine, Felsbrocken, Treibholz) besondere Anforderungen an Schutzmaßnahmen. Die Schutzmaßnahmen konzentrieren sich hier auf die Erhaltung der Flussbetttiefe, um ein hohes Sedimentaufkommen zu verhindern und auf frühzeitiges Abfangen des Treibgutes durch spezielle Rechenanlagen.

Zur Vorbeugung werden für jedes Bauvorhaben umfangreiche Gefahrenzonenpläne erstellt. Diese stellen die einzelnen Gefahrenpotentiale dar und bilden die Grundlage für die spätere Bebauung. Zusätzlich werden entsprechende Empfehlungen für spezielle Baumaßnahmen wie verstärkte Wände, Fenster oder Schüttungen ausgesprochen.

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