Nach nun mehr 3 Jahren nehmen wir als Lutherschüler Abschied von „Tatort Oper“, dem Jugendprogramm der GFO (Gesellschaft der Freunde des Opernhauses). Da nur jeweils 10 Schulen in den Genuss von neuen und alten Werken kommen können, müssen wir rücksichtsvoll zur Seite treten, um auch anderen Schulen diese Möglichkeit zu bieten. Für nur 10 Euro pro Jahr können jeweils 14 Schüler einer Schule ganze 6 Vorstellungen verschiedenster Art erleben. Neben dem Opernhaus als Hauptbühne gehörten auch der Ballhof und die Orangerie in Herrenhausen zu den Aufführungsorten. Dort wurden uns diverse Inszenierungen geboten, die uns teilweise sehr zum Nachdenken und Diskutieren brachten. Ein Beispiel wäre da die deutsche Nationaloper „Der Freischütz“, dessen Inszenierung so grotesk war, dass nicht nur die Medien, sondern sogar die Politik das Opernhaus kritisierte. Obwohl wir uns bereits in den Jahren zuvor an viel nackte Haut auf der Bühne gewöhnt hatten (u.a. durch die Oper „Don Giovanni“ von Mozart, in der im Hintergrund halb bis ganz nackte Menschen auf-, unter- und nebeneinander lagen, während im Vordergrund die Sopranistin eine zutiefst berührende Arie sang), konnte man einige von uns mit geschlossenen Augen, kopfschüttelnd im Publikum sitzen sehen.

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Zu unserer Teilnahme an der Opern-AG gehörten nicht nur die 6 Vorstellungen am Abend, sondern auch jeweils ein Vorbereitungstreffen, bei denen wir, meist nach der Schule, bei Keksen und Tee die bevorstehende Vorstellung besprachen und uns mit dessen Musik vertraut machten. Leider konnten diese Treffen, gerade gegen Ende der dritten Opern-AG Saison, aufgrund von Terminfindungsschwierigkeiten nicht immer stattfinden.
Am Ende jeder Saison gab es ein Intendantentreffen in den Räumlichkeiten der Oper. Dort trugen die am Jugendprogramm der GFO teilnehmenden Schulen etwas Kreatives bei, damit sich alle noch einmal den Inhalt und die Problematik einer der 6 Vorstellungen vor Augen führen konnten. Im Anschluss wurden die Stücke mit dem Intendanten der Oper sowie verschiedenen Künstlern der Oper, der Jungen Oper und des Ballhofs und des Balletts diskutiert, teilweise kritisiert und offene Fragen wurden geklärt (dabei waren meistens eine Sängerin oder ein Sänger, der Ballettdirektor und ein Dirigent). Was nicht fehlen durfte waren Kaffee und Kuchen nach der Diskussionsrunde.

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Zu guter Letzt bleibt nur zu sagen, dass unsere Teilnahme an der Opern-AG eine absolute Bereicherung war. Nicht nur dadurch, dass man sonst nie so günstig so viele Vorstellungen besuchen kann, sondern auch, weil einem berühmte Werke wie z.B. „Tosca“ von Puccini oder andere bekannte Komponisten, wie Strauss und Verdi nahegebracht werden. Hinzukommt, dass die Oper zu einem uns vertrauten Ort geworden ist. Das zeigte uns der Abend, an dem Terrorgefahr in Hannover herrschte. „Candide“ hieß die anstehende Vorstellung, eigentlich eine humorvolle Operette von Bernstein, der den Stoff des gleichnamigen Aufklärungsromans von Voltaire vertont hatte. Doch spätestens als in der Pause Polizisten durch die Oper gingen und keiner das Gebäude verlassen durfte, merkte man, wie angespannt die Stimmung war. Trotzdem fühlten wir uns sicher im Opernhaus, es wurde eine Ansprache gehalten, in der uns angeboten wurde, so lange in der Oper zu bleiben, wie wir wollten, bzw. so lange, bis die Bahnen wieder fahren würden und dass die Oper und die Musik für jeden von uns ein Ort der Zuflucht und Sicherheit sein kann.

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Für jeden von uns mag das Projekt sicherlich eine andere Bedeutung haben, einig sind wir uns jedoch darin, dass, wenn die Möglichkeit besteht, nach einem Jahr Pause noch einmal daran teilzunehmen, wir uns auf alle Fälle noch einmal darum bewerben sollten. Vielen Dank an Frau von Heyden, dass die uns durch ihr Engagement diese Erfahrung ermöglicht hat!

Julia L., Maimuna, Marie, Ailis, 12. JG

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